
Beize wird in der Goldschmiede ein Gemisch aus Wasser und Schwefelsäure genannt.
Bei der Herstellung muß unbedingt eine bestimmte
Reihenfolge eingehalten werden, da es sonst zu
einem explosionsartigen Verspritzen der Säure kommt!
Als Beizgefäße werden am besten Vollglas- oder
Steingutgefäße oder spezielle Beizgefäße aus dem
Goldschmiedefachhandel benutzt.
Zuerst gibt man das Wasser ins Gefäß.
Dann wird vorsichtig mit dünnem Strahl 10%
konzentrierte Schwefelsäure (H2SO4) zugesetzt.
Ein alter Lehrlingsspruch hilft die Reihenfolge nicht zu vergessen:
"Erst das Wasser, dann die Säure, sonst passiert das
Ungeheuere!"
Da sich die Beize im Laufe der Zeit verbraucht,
muss sie von Zeit zu Zeit neu angesetzt werden.
Wenn sie sich die sonst farblose Flüssigkeit durch
das gelöste Kupfersulfat immer stärker blau gefärbt
hat, ist es soweit. Verbrauchte Säure darf übrigens
nicht einfach ins Abwasser geschüttet werden,
sondern wird in Kanistern gesammelt um es bei
Gelegenheit bei einer Scheideanstalt oder
Recyclinghof zu entsorgen.
Mit dieser Beize werden in der Goldschmiede Werkstücke
nach Lötarbeiten von Flussmitteln und Oxiden befreit.
Man benutzt sie ebenso zur Herstellung des
gewünschten weißen Suds bei Silberwerkstücken.
Als Beize werden zusätzlich zur beschriebenen Schwefelsäurebeize
auch noch andere Säuregemische bezeichnet.
So werden in der Goldschmiede verschiedene Beizen zum
Gelbsieden und Gelbbrennen dem
Färben von Goldschmuck verwendet.
Mit Schwarz- oder Antik-Beize werden Silberlegierungen schwarz gefärbt.
Neben zahlreichen Fertigpräparaten ist die bekannteste Schwarzbeize "Schwefelleber".
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