
| Quarz-Gruppe |
Zu den Quarzen werden Edelsteine und Mineralien gezählt, die in Ihrer chemischen Zusammensetzung hauptsächlich aus Siliciumoxid (SiO2) zusammensetzen.
Die bekanntesten Vertreter der Quarzgruppe sind:
| Achat | Amethyst | Aventurin | Bergkristall | Baumstein | Chalcedon | |
| Citrin | Chrysopras | Falkenauge | Heliotrop | Holzstein | Jaspis | |
| Quarz-Katzenauge | Karneol | Moosachat | Onyx | Opal | Prasem | |
| Prasiolith | Rauchquarz | Rosenquarz | Sarder | Tigerauge |
| Achat | ![]() |
|
| Es wird angenommen, daß der Name Achat von einem Fluß in Sizilien abgeleitet wird, der in der Antike wahrscheinlich ein Fundort für Achate war. |
| Eigenschaften / Achat | Tranparenz:durchscheinend, undurchsichtig |
| Farbe : verschieden gestreift | Lichtbrechung: 1,544 - 1,553 |
| Strichfarbe: weiß | Doppelbrechung: + 0,009 |
| Mohshärte: 6,5 - 7 | Dispersion: keine |
| Spaltbarkeit: keine | Pleochroismus: fehlt |
| Bruch: uneben | Absorption: gelb gefärbt: 7000, 6650, 6340 |
| Kristalle: trigonal mikrokristalline Agregate | Floureszenz: innerhalb der Bänderung verschieden, |
| Chemie: SiO2 Siliciumoxid | z.T. stark gelb, blaugelb |
| Achat gehört zu den sogn. dichten Quarzen. |
| Er besteht aus verschiedenen Chalcedonlagen (Achatstreifung) in unterschiedlichen Schichtstärken, die der äußeren Form des Minerals folgen. Manchmal kann auch etwas Opalsubstanz enthalten sein. Die einzelnen Bänder oder Lagen können verschieden- oder fast einfarbig sein. Dünne Achatscheiben sind meistens durchscheinend. |
| Achate werden meist in kugeligen oder mandelförmigen Einlagerungen von Millimetergröße bis zu mehreren Metern Umfang gefunden. Gibt es im Inneren einer solchen Mandel einen Hohlraum, und wird dieser von Kristallen ausgefüllt, spricht man von einer Druse oder Geode. Die Kristalle einer Achatdruse können aus Bergkristall, Amethyst oder Rauchquarz bestehen. Manchmal sind sie auch von Calcit, Hämatit, Siderit, und Zeolith begleitet. |
| Achate der alten, heute erschöpften deutschen Fundorte zeigen zarte Farben von Rot, Rosa und Bräunlich, die von grauen Lagen durchsetzt sind. In den heutigen südamerikanischen Lagerstätten werden meist unansehnlich graue Achate ohne besondere Zeichnung gefunden. Dadurch ist man dazu übergegangen die Achate zu färben. Die Färbekunst war bereits den Römern bekannt. Etwa seit 1820 werden Achate auch in Idar-Oberstein gefärbt, wo sich seitdem ein Zentrum der Achat und Edelsteinbearbeitung gebildet hat. Durch Einlegen in verschiedene Chemikalien und anschließendes Erhitzen werden rotbraune, schwarze, gelbe, braune, grüne und blaue Farben erzielt. |
| Verarbeitet wird Achat zu Schmucksteinen, Gefäßen, allerlei Dekostücken, Gerät und auf Grund seiner Zähigkeit und chemischen Resistenz in der Technik als Material für Lager. |
|
| Achat ist in Bezug auf die auf ihn basierende historische Entwicklung der Schleifkunst eine Besonderheit unter den Edelsteinen. Schon vor 3000 Jahren wurden Achate in Ägypten zu Ringsteinen, Gemmen und Gefäßen verarbeitet. 1548 wird erstmals eine Achatschleiferei am Idarbach (Idar-Oberstein) urkundlich erwähnt. Durch günstige Gegebenheiten wie steile Bäche, die Wasserkraft ermöglichten, Sandsteinvorkommen, woraus damals die Schleifsteine gefertigt wurden und die nahen Achatfundorte, konnte sich ab dem 17.Jahrhundert im Raum Idar-Oberstein ein Zentrum für Edelsteinschleiferei entwickeln, mit bereits über 30 wassergetriebenen Achatschleifen um 1800. Anfang des 19. Jahrhunderts erschöpften sich die deutschen Achatvorkommen allmählich. Da ausgewanderte Fachkräfte um 1830 riesige Vorkommen in Brasilien entdeckten und zurück in die Heimat brachten, erlebte das Schleifgewerbe fortan einen neuen Aufschwung. 1867 gab es bereits 153 Wasserschleifen. Bald folgten technische Neuerungen wie Dampfantrieb und Elektrizität, mit dessen Nutzung sich Idar-Obersteins zum, größten Edelsteinzentrum der Welt entwickeln konnte. Vor einigen Jahrzehnten hat sich das Zentrum durch den Verkauf des Knowhows aufgesplittet und hauptsächlich in Lohnbilligländer in Asien verlagert. |
| Eigenschaften / Amethyst | |
| Farbe : violett, blaß violett | Tranparenz: durchsichtig |
| Strichfarbe: weiß | Lichtbrechung: 1,544 - 1,553 |
| Mohshärte: 7 | Doppelbrechung: + 0,009 |
| Dichte: 2,63 - 2,65 | Dispersion: 0,013 |
| Spaltbarkeit: keine | Pleochroismus: sehr schwach: violett, grauviolett |
| Bruch: muschelig, sehr spröde | Absorption: (5500 - 5200) |
| Kristalle: trigonal sechsseitige Prismen | Floureszenz: schwach, grünlich |
| Chemie: SiO2 Siliciumoxid |
| Amethystkristalle werden stets im Inneren von Drusen festgewachsen, oder sekundär in Seifenlagerstätten gefunden. | |
| Die bedeutensten Fundorte sind Brasilien, Uruguay, und Madagaskar. Die besten Farben findet man in den Spitzen der Kristalle. | |
| Durch Brennen bis zu 750°C werden manche Amethyste farbbehandelt. Diese Amethyste können am Tageslicht ausbleichen. | |
| Durch Radiumbestrahlung kann die Ursprungsfarbe wieder hergestelt werden. | |
| Beste Farben werden zu facettierten Steinen, weniger schöne Farben zu Cabochonschliffen und Trommelsteinen verarbeitet. | |
| Aventurin | ![]() |
Synonym: Avanturin, Aventurinquarz |
| Der Name des Aventurin kommt vom italienischen Wort <a ventura> was "durch Zufall" bedeutet. |
| Eigenschaften / Aventurin | |
| Farbe : grün, goldbraun, schillernd | Tranparenz: durchscheinend |
| Strichfarbe: weiß | Lichtbrechung: 1,544 - 1,553 |
| Mohshärte: 7 | Doppelbrechung: + 0,009 |
| Dichte: 2,65 | Dispersion: 0,013 |
| Spaltbarkeit: keine | Pleochroismus: fehlt |
| Bruch: muschelig, splitterig | Absorption: 6820, 6490 |
| Kristalle: trigonal kryptokristallin | Floureszenz: rötlich |
| Chemie: SiO2 Siliciumoxid |
| Der Aventurin gehört zu den feinkörnigen Quarzen. Er ist schwach durchscheinend grün mit metallisch glänzenden Flitterchen. |
| Es kommen auch braunrote, gelbe, weiße und selten bläuliche Farben vor. Die Reflektionen entstehen durch die jeweilige Substanz der Einlagerungen. Einschlüsse von Eisenglanzblättchen erzeugen das rotbraune Flimmern beim Sonnenstein, Chromglimmer und Hornblende erzeugen die grünen Reflektionen. |
| Die Hauptfundorte liegen im Ural, Brasilien und Indien. |
| Aventurin wird meist zu kunstgewerblichen Gegenständen verarbeitet, seltener zu Sammler- und Schmucksteinen. |
| Bergkristall |
![]() |
|
| Der Name Kristall kommt von gr. "Eis". Die durchsichtigen Kristalle ähneln Eiszapfen. |
| Eigenschaften / Bergkristall | |
| Farbe : farblos | Tranparenz: durchsichtig |
| Strichfarbe: weiß | Lichtbrechung: 1,544 - 1,553 |
| Mohshärte: 7 | Doppelbrechung: + 0,009 |
| Dichte: 2,65 | Dispersion: 0,013 |
| Spaltbarkeit: keine | Pleochroismus: fehlt |
| Bruch: muschelig, sehr spröde | Absorption: nicht möglich |
| Kristalle: trigonal, sechsseitige Prismen | Floureszenz: keine |
| Chemie: SiO2 Siliciumoxid |
| Bergkristalle sind wasserhelle farblose Quarze. Sie können je nach Art etwaiger Einschlüssen mehr oder weniger durchscheinend sein. Auch die durch Wachstumsstörungen hervorgerufene Sprung- und Rißbildung kann im Inneren von Bergkristallen interessante "Wolken" etc. mit irisierenden Lichtreflexen (bunte Regenbogenfarben) erzeugen. Bergkristalle kommen angewachsen auf Innenwänden von Drusen vor. Ganz selten sind freigebildete Kristalle mit Endungen auf beiden Seiten (Doppelender o. Zwilling). In Einschlüssen kommen neben Gasen und Flüssigkeiten oft auch andere Mineralien vor, wie Gold, Pyrit, Rutil(Engelshaarquarz) und Turmalin. |
| Es wurden tonnenschwere Bergkristalle von mehreren Metern Größe gefunden. Reine Steine, die sich zur Schmucksteinherstellung eignen sind selten. |
| Bergkristalle werden vor allem in Brasilien gefunden. Sie kommen aber auch weltweit verbreitet vor, z.B. in Japan, Norwegen, Alaska u.v.m. |
| Bereits um 3000 v.Chr. wurden Gegenstände wie Schminktöpfchen und Schalen aus Bergkristall gefertigt. Im römischen Reich galt es als vornehm geschliffene Kristallkugeln und Handschmeichler zu Kühlung im Sommer mit sich herumzutragen. Bis Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden Bergkristalle hauptsächlich in den Alpen abgebaut. Dort sind sie heute nur noch als Sammlersteine von Bedeutung. |
| Sogn. Rheinkiesel sind angeschwemmte Bergkristallgerölle, die früher zu Schmucksteinen geschliffen wurden. Heute wird dieser Name fälschlicher Weise für eine buntschillernde Glasimmitation gebraucht. |
| Baumstein | ||
| Synonyme: Dendritenachat, Mokkastein | ||
| Fälschlicher Weise wird auch verkieseltes Holz Baumstein genannt. | ||
| Baumstein ist ein durchscheinender weißlich grauer, manchmal farbloser Calcedon(mineralogisch kein Achat). Aus dem Inneren des Steins sind Gebilde(Denriten) eingeschlossen, die an Eisblumen und Landschaften erinnern. Diese werden durch eingewachsene Dendriten hervorgerufen und bestehen aus dunkelbraunen bis schwarzen Mangan- und Eisenausscheidungen. Sie sind entstanden aus Verwitterungslösungen benachbarter Gesteine, die während der Entstehungsphase des Baumsteins in feinste Rißchen und Spalten eingedrungen und eingewachsen sind. | ||
| Eine Unterart des Baumsteins ist der Landschaftsachat. Dieser Stein zeigt landschaftsartige Bilder aus eingeschlossenen, rötlichen und braunen Dendriten. Beste Landschaftsbilder erscheinen bei einem Schliff, bei dem die Denritenzeichnung dicht unter die Oberfläche kommt. | ||
| Landschaftsachate werden im Schmuchbereich gern zu Broschen verarbeitet, da hierbei leichter auch großflächigere Steine mit interessanten Landschaften gezeigt werden können. | ||
| Baumsteine werden hauptsächlich in Brasilien, Indien und USA gefunden. | ||
| Chalcedon | ||
| Synonyme: Dendritenachat, Mokkastein | ||
| Unter Chalcedon wird mineralogisch die ganze Gruppe der mikrokristallinen Quarze eingeordnet: Achat, Baumstein, gemeiner Chalcedon, Chrysopras, Heliotrop, Holzstein, Jaspis, Karneol, Moosachat, Onyx, Sarder. | ||
| Oberflächliches Merkmal der Chalcedone ist ein eher matter, wachsartiger Glanz der polierten Oberflächen, im Gegensatz zum Glasglanz bei den Kristall-Quarzen. |
| Eigenschaften / gemeiner Chalcedon | |
| Farbe : bläulich, weißgrau | Tranparenz: trüb durchscheinend |
| Strichfarbe: weiß | Lichtbrechung: 1,530 - 1,539 |
| Mohshärte: 6,5 - 7 | Doppelbrechung: + 0,006 |
| Dichte: 2,58 - 2,64 | Dispersion: keine |
| Spaltbarkeit: keine | Pleochroismus: fehlt |
| Bruch: uneben, schalig | Absorption: blau: 6900 - 6600, 6270 |
| Kristalle: trigonal, faserige Aggregate | Floureszenz: bläulichweiß |
| Chemie: SiO2 Siliciumoxid |
| Durch die mikroskopisch faserige Struktur ist der Chalcedon porös und dadurch gut färbbar. Echte Chalcedone haben nie Farbbänderungen. Kommt dies doch vor, handelt es sich wahrscheinlich umgestreifte, künstlich gefärbte Achate. | |
| Gemeine Chalcedone werde in Brasilien, Indien, Madagaskar und Uruguay gefunden. | |
| Citrin |
|
|
| Synonyme: Zitrin | ||
| Der Citrin ist nach seiner zitronengelben Farbe benannt. |
| Eigenschaften / Citrin | |
| Farbe : hellgelb bis goldbraun | Tranparenz: durchsichtig |
| Strichfarbe: weiß | Lichtbrechung: 1,544 - 1,553 |
| Mohshärte: 7 | Doppelbrechung: + 0,009 |
| Dichte: 2,65 | Dispersion: 0,013 |
| Spaltbarkeit: keine | Pleochroismus: beim natürlichen Citrin schwach, gelb, |
| Bruch: muschelig, sehr spröde | hellgelb; beim gebrannten Citrin fehlend |
| Kristalle: trigonal, sechsseitige Prismen | Absorption: nicht möglich |
| Chemie: SiO2 Siliciumoxid | Floureszenz: keine |
| Fast alle im Handel befindlichen Citrine haben Ihre Farbe künstlich durch Brennen erhalten. Dazu werden brasilianische Amethyste, seltener auch Rauchquarze bei ca. 470 - 560 °C gebrannt. Gebrannte Citrine sind immer etwas rötlich bis fast orangebräunlich. Die seltenen natürlichen Citrine zeigen eher hellgelbe Farben. | |
| Leider wird der Citrin oft fälschlich als Topas bezeichnet. Wortschöpfungen wie Madaira-, Gold,- Bahia,- Palmyra,- oder Rio-Grande-Topas sollen den Kunden eher verwirren und glauben machen, es handele sich um einen echten Topas. | |
| Citrine kommen vor in Brasilien, Madagaskar, USA / Colorado, Spanien, im Ural, Frankreich und Schottland. | |